Gutes Karma – auch mit Konsum

“Das Konsum-Prinzip ist tot“ betitelte Spiegel Online den Gastbeitrag des UNO-Generalsekretärs Ban Ki Moon. Seine Antwort, auf die Frage wie die Erde die Menschheit künftig noch ernähren soll, lautete: „Viel zu lange haben wir versucht, den Weg zu Wohlstand durch gesteigerten Konsum zu sichern. Dieses Modell ist tot“. Mit grünem Konsum die Welt retten, so lautet u. a. die Botschaft.

Genau zu diesem Thema trafen sich am 31. Mai ca. 1.000 Besucher in Frankfurt am Main zur sechsten Karma Konsum Konferenz für verantwortungsvolles Wirtschaften und nachhaltige und gesunde Lebensstile (LOHAS). Ich hatte das Vergnügen, als Referent zur Fachtagung eingeladen gewesen zu sein. Unter dem Titel „Gemeinwohlorientierte Konsumenten und deren Nachhaltigkeit im Kaufprozess“ hatte ich mir zum Ziel meiner 20 Minuten Redezeit gesetzt, den Zusammenhang zwischen nachhaltig agierenden Verbrauchern und dem Gemeinwohl aller deutlich zu machen. Im Gepäck hatte ich dafür die Ergebnisse aus fünf Jahren goodpurpose®-Studie sowie unserer ersten Verhaltensstudie „Nachhaltigkeit im Kaufentscheid“, aus dem letzten Jahr.

 

Als besonders spannend und herausfordernd empfand ich, dass ich auf ein sehr unterschiedliches Publikum treffen würde. Und trotzdem waren sich alle in einem einig: Wir müssen eine Welt anstreben, in der Ökonomie UND Gemeinwohl sich begünstigen – und nicht ausschließen. Ich persönlich finde, dass das ein Meilenstein in dem Bestreben ist, gemeinsam aktiv zu werden!

 

Es war ein Tag mit spannenden Vorträgen (meine Favoriten: Christian Felber „Die Systemalternative `Gemeinwohl-Ökonomie´“ und Katie Griggs „10:10 – Sofort Handeln macht glücklich“), überraschenden Einblicken (Helmut Lind von der Sparda Bank München über die Gemeinwohlbilanz und Meditation), kreativen Visionären (Uwe Lübbermann über Premium Cola und die Kunst, so lange zu diskutieren bis alle einer Meinung sind) und inspirierenden Gesprächen beim nachhaltigen Lunch. Bei Interesse, kann man sich alle Beiträge der Konferenz hier anschauen: http://vimeo.com/user1944421/videos

 

Aber um zu der Kernfrage meines Vortrags zurückzukommen: Welchen Einfluss haben denn nun Konsumenten auf das Gemeinwohl? Meine Antwort: Großen, denn je mehr Verbraucher nachhaltige Produkte durch ihre bewusste Kaufentscheidungen fördern und befördern – oder eben durch Kaufverweigerungen „bestrafen“ – desto mehr steigt die Nachfrage nach ethisch korrekten Produkten – und damit auf lange Sicht auch das Angebot.

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