Ein Freund, ein guter Freund? Oder: Sind wir Deutschen zu tolerant?

Wir Deutschen scheinen die tolerantesten Menschen der Welt zu sein – zumindest wenn es um ungesundes Verhalten bei Anderen geht. Zu diesem Schluss könnte man auf Grundlage der Daten des 3. Edelman Health Barometers kommen. Der Aussage, ob man wegen ungesunder Verhaltensweisen weniger Zeit mit Freunden verbringen würde, stimmten nur 16% der Befragten zu. Globalen Schnitt gibt es mit 31 % fast doppelt so viel Zustimmung. Die Deutschen neigen also eher nicht dazu, sich von Freunden zu distanzieren, weil diese ein ungesundes Verhalten an den Tag legen. Der Großteil (61 %) toleriert sogar ungesundes Verhalten bei Freunden. Vor diesen Zahlen wundert es nicht, dass wir uns im Gegensatz zu Iren,  Briten oder Italiener immer wieder schwer tun, beispielsweise Rauchverbote umzusetzen.

Liebe Landsleute, das soll jetzt kein Aufruf zu mehr Intoleranz werden. Aber bitte denkt auch einmal daran, dass Ihr einen großen Einfluss darauf habt, dass Eure Freunde gesund bleiben oder werden: Denn in der gleichen Umfrage geben die Befragten an, dass ihr soziales Umfeld gleich nach ihnen selbst (85%) den größten Einfluss auf ihren gesunden (oder ungesunden) Lebensstil habe (35%)!

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2 Responses to “Ein Freund, ein guter Freund? Oder: Sind wir Deutschen zu tolerant?”

  1. H.-P.Kopp
    4. Februar 2012 at 10:59 #

    Toleranz ist die Gabe, nachsichtig, großzügig und weitherzig seinen Mitmenschen gegenüber zu sein.
    Seinem Freund und Mitbürger seine eigene Meinung aufzwingen zu wollen, hat nichts mit Toleranz zu tun sondern exakt mit Intoleranz, was nämlich bedeutet, keine Meinung oder Weltanschauung gelten zu lassen als die eigene.
    Es kann keine teilweise oder anteilige Toleranz geben: Entweder man akzeptiert das Handeln seines Gegenüber – also toleriert es – oder man würde es lieber einschränken, ist also in welchem Maße auch immer intolerant !
    Das was Sie hier unter dem Deckmantel Toleranzdiskussion tun, ist lediglich der plumpe Versuch, auf der Welle des derzeitigen Zeitgeistes Meinung zu schüren.

    Vor dreissig Jahren wären Sie niemals auf die Idee gekommen, die ungesunde Lebensweise eines Rauchers zu kritisieren, da das Rauchen damals gesellschaftsfördernd war.

    Statt auf abgedroschenen Trends mitzuschwimmen sollten Sie mit Ihren Möglichkeiten auf zukünftige Misstände hinweisen, die nicht gesund oder umweltfreundlich sind.

    Warum hilft über eine Million Deutsche jährlich der Erdölindustrie, mit ihren Abfällen in Form der Verbrennung von Schweröl die Luft und somit die Lebensräume aller zu verseuchen, indem sie auf Kreuzfahrtschiffen einfach nur spazieren fahren ?

    Warum waren früher bestimmte Tätigkeiten aufgrund ungesunden und unsinnigen, teilweise auch andere gefährdenden Tuns heute gesellschaftsfähig und gelten als Funsportarten – wie z.B. das Springen von Hochhäusern mittels Fallschirm, Das Springen von Brücken mit einem Gummiseil an den Füssen, Skifahren auf nicht befahrbaren Hängen usw.
    Das tolerieren Sie also alles bei Ihren Freunden ?
    Ja was sind Sie dann für einer ?

    Ich bin ein toleranter Mensch, denn ich toleriere Ihren Artikel (was bleibt mir auch anders übrig, ist ja schliesslich Ihre Internetseite)und ich werde auch nicht versuchen, sie davon abzubringen, weiter unsinnige Artikel ins Netz zu stellen, es ist doch Ihre Sache, womit Sie ihre Freizeit verbringen – Vielleicht könnten wir ja sogar Freunde werden, solange Sie nicht versuchen, mir das Rauchen abzugewöhnen (Das mache ich nämlich schon selber, aber ich habe Ihnen nichts davon erzählt)

    MfG
    Und wenn Sie mehr über Toleranz wissen wollen, schauen Sie mal bei Wikipedia:

    Das Adjektiv tolerant in der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, belegt. Ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.

  2. Martin Flörkemeier
    9. Februar 2012 at 15:00 #

    Hallo Herr Kopp,
    vielen Dank für Ihre Anmerkungen!
    Ich bin in der Tat so einer, der versucht, Freund und Angehörige im Interesse ihrer Gesundheit von manchen Dingen oder Angewohnheiten abzubringen. Aber ganz Wikipedia-konform nachsichtig und ohne Zwang (der bringt meistens eh nichts).
    Und wenn Andere das bei mir machen, bin ich manchmal genervt aber muss dann am Ende des Tages anerkennen, dass sie das ja nicht machen, um sich zu überhöhen sondern um mir zu helfen. Und manchmal hilft’s…
    In diesem Sinne wünsche ich auch Ihnen viel Erfolg bei der Rauchentwöhnung!

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