Vertrauen in Technologie

Edelman Trust Study 2012: Industriewerte im Vergleich

Jedes Jahr wieder freue ich mich auf die Ergebnisse der Edelman Trust Studie – vertrete ich doch innerhalb des deutschen Edelman Management Teams die Industrie, die seit Jahren (um genau zu sein seit Anbeginn der Studie im Jahr 2001) die höchsten Vertrauenswerte genießt: Technologie. Was unter anderem zeigt, dass die in den 80er Jahren viel beschriebene Technikfeindlichkeit nun wirklich ein alter Hut ist. Liegt es daran, dass wir jetzt viel mehr über Technologie wissen als noch vor 30 Jahren und sie deshalb leichter akzeptieren? Oder dass sie uns einfach immer und überall umgibt, frei nach dem alten Kommunikationsglauben „Kontakthäufigkeit schafft Sympathie“?

Allein das Vertrauen rein in Features und Quantität habe ich nicht. Und dass mehr hinter erfolgreichen Unternehmen (auch in der Technologiebranche) steckt, zeigt unsere diesjährige Trust Studie deutlich. Generell lässt sich nämlich beobachten, dass für den Aufbau von Vertrauen längst nicht mehr nur die direkt an den betriebswirtschaftlichen Betrieb gekoppelten Faktoren wie Innovationen und Shareholder Value entscheidend sind, sondern dass soziale und emotionale Faktoren wie ethische Geschäftspraktiken, Umgang mit Mitarbeitern, Berücksichtigung von Verbraucherwünschen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Wie man mit einer emotionalen Erlebniswelt Technologie erfolgreich sein kann, zeigt uns seit Jahren Apple. Das schlägt sich dann schlussendlich nicht nur in Vertrauen, sondern auch in Kundenloyalität und zu guter Letzt wiederum in den Zahlen nieder. Beleg: das bereits als „Monster-Quartal“ titulierte aktuelle Quartalsergebnis – in dem Apple mehr Gewinn als Google Umsatz machte.

Ein bisschen getrübt war meine Freude beim Lesen der Trust Studie 2012 dann aber doch. Während global der Vertrauenswert in die Technologie im letzten Jahr nur um 1%-Punkt von 80% auf 79% gesunken, hat die allgemeine Vertrauenskrise in Deutschland auch die Technologie-Branche nicht verschont. Ein satter Verlust von 20%-Punkten von 84% auf 64% macht nachdenklich – insbesondere weil ein solcher Wert immer noch reicht, um Top of the List zu bleiben. Deutschland wird also seinem Ruf als „Land der Skeptiker“ beim diesjährigen Trust Barometer wieder gerecht.

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