Am 15. Dezember haben wir in Berlin die neuen Ergebnisse unserer Capital Staffer Index-Studie im Rahmen eines Working Lunch vorgestellt. Das ist nun das zweite Mal, dass wir weltweit das Onlineverhalten von Parlamentsmitarbeitern untersucht haben. Warum ausgerechnet Parlamentsmitarbeiter? Nun, als Entscheidungsvorbereiter sind sie es, die Informationen sammeln und aufbereiten und wesentlichen Einfluss darauf haben, was wann den Entscheidungsträgern vorgelegt wird. Und wie unsere Studie zeigt, beraten fast 50% der Mitarbeiter ihren Abgeordneten über Online-Medien. Also eine nicht zu unterschätzende Größe im politischen Betrieb.
Die Ergebnisse der Studie sprechen für den steigenden Einfluss von Digital Public Affairs. 2009 waren wir überrascht, dass Deutschland in der Nutzung digitaler Kanäle im internationalen Vergleich ganz weit vorne ist. 2010 zeigt sich deutlich der Einfluss der letzten Bundestagswahlen: Die Nutzung digitaler Medien zur Interaktion mit politischen Entscheidungsträgern nimmt weiterhin zu und erlangt zum Teil den gleichen Stellenwert wie traditionelle Kommunikationsformen.
Dr. Florian Eckert, Mitarbeiter im Büro Jens Ackermann MdB, hat die Ergebnisse aus seiner Sicht des parlamentarischen Alltages durchleuchtet. Wichtig zu wissen: bei all den vielen Dokumenten, die ein Abgeordnetenbüro erreichen, scheinen E-Mails und digitale Daten die bevorzugte Größe zu sein. Schließlich lassen sich diese am einfachsten ordnen – und viel wichtiger – auch wieder aufrufen. Also: weniger die Druckpresse heißlaufen lassen, dafür relevanten Inhalte in digital nutzbarer Form versenden.
Keine Frage, die traditionellen Kommunikationsformen wie Hintergrundgespräche, Parlamentsbesuche, Briefe oder Emails bleiben wichtig und effektiv, in Deutschland und anderswo. Aber markant für Deutschland ist die gestiegene Bedeutung der Kommunikation über ein Parlamentarierblog oder dessen Webseite (von 54% auf 90% in der Einschätzung der Effektivität).
Gerade die Neue Medien bieten auch eine einzigartige Möglichkeit, mehr Transparenz und Offenheit in der Politikgestaltung und Public affairs zu schaffen. Denn schließlich: Politikformulierung lebt und legitimiert sich aus dem Austausch mit Stakeholdern oder Anspruchsgruppen.
Die Pressemitteilung sowie die gesamte Stuide finden Sie unter: http://tinyurl.com/3ykw4dz
